Nachdem ich jetzt seit dem HTC Magic (Android 1.6) eigentlich nur Android Smartphones verwendet habe, habe ich mich Ende letzten Jahres für das neue iPhone 6 entschieden.
Wir entwickeln native mobile Apps schon seit Jahren für Android aber auch für iOS, nur für die alltägliche Nutzung hatte ich bisher noch nie ein eigenes iPhone.

nobpost_2Ich kann schon mal vorweg nehmen: Der Umstieg fiel mir nicht sonderlich schwer. Vielleicht mag es daran liegen, dass ich durch die iOS Entwicklung bereits auf dieser Plattform unterwegs war, aber wenn man genau hinsieht, liegt es meiner Meinung nach eher daran, dass sich beide Plattformen mittlerweile recht ähnlich sind.

Software
Den Software-Zurück-Button von iOS sieht man durch die ActionBar in Android immer häufiger, weshalb man den Hardware-Zurück-Button auch nicht wirklich vermisst.

Die Apps, die man „zum Leben braucht“ gibt es auch alle bei iOS … jedenfalls fast.

Da ich aus der Entwicklerschiene komme, ist das auch der einzige Wermutstropfen, den ich bisher im täglichen Umgang mit dem iPhone zu beklagen habe: So etwas wie die App Tasker (oder Locale) sucht man in der iOS Welt vergebens. Die beiden Apps helfen einem, ein paar Dinge anständig zu automatisieren. Das einfachste Beispiel ist immer: Gehe in dem Vibrationsalarm, wenn mein Kalender einen Termin eingetragen hat.

iOS hat hier zwar den Do not disturb (DnD) Modus, dieser hat aber nur auf eine Einstellung die vorzugsweise als Nachtruhe konfiguriert wird. Außerdem ist dies nur ein kleines Beispiel für Automatisierung, die eine solche App bietet. Der Grund dafür ist, dass Apple einen so tiefen Eingriff in ihr System durch Drittentwickler nicht zulässt.

Was Apps angeht muss man sich bei iOS allerdings daran gewöhnen, dass kostenlose Apps auf Android noch lange nicht kostenlos für iOS zu haben sind.

Hardware
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Was die Hardware angeht gewinnt für mich das iPhone. Klar, die beiden Geräte im Vergleich liegen vom Erscheinungsdatum her nicht gleich auf, aber Android hatte schon immer Akku-Probleme. Davon merke ich beim iPhone nichts. Bei starker Nutzung, bspw. viel Chatten und Telefonieren, lade ich das iPhone auch jede Nacht, aber beim Nexus 5 habe ich schon ab 17/18 Uhr überlegen müssen, ob ich es noch mal laden muss, wenn ich Abends noch weg gehe.

Auch für die Hardwarekomponenten GPS und Kamera gilt für das iPhone: Schneller und präziser als beim Nexus 5.

Konfiguration / Personalisierung
Was die allgemeine Konfiguration und Personalisierung der beiden Smartphones angeht, liegt Android klar vorne. Hier haben Entwickler weit aus mehr Spielraum als bei iOS. Was mir allerdings aufgefallen ist ist, dass mir das iPhone nicht so sehr „auf die Nerven“ geht. Was ich damit meine sind Notifications. Bei Android habe ich keine Möglichkeit, pro App zu definieren, ob und wenn ja wie viele Statusbar-Notofications ich bekommen möchte. Bei iOS habe ich gleich die 3 Optionen für die Darstellung (Popup, Benachrichtigungsleiste oder Liste) sowie die Möglichkeit zu sagen, wie viele Einträge ich bei welcher App sehen möchte.

Bei Android liegt es am Entwickler der App, solche Einstellungen zu ermöglichen. Darüber habe ich selbst als Entwickler noch nicht nachgedacht. Soll es eine Benachrichtigung geben, dann ab damit in die Notificationbar.

Ähnliches gilt für Zugriffe auf Kamera, GPS oder die Kontaktliste: Bei Android werden diese Zugriffe bei der Installation vom Benutzer bestätigt (wenn nicht, wird die App nicht installiert) und sind dann, solange die App installiert ist, für die App freigeschaltet und verfügbar. Auf iOS wird der Benutzer in der schon laufenden App gefragt, ob der Zugriff gestattet werden soll. Zusätzlich kann der Benutzer in den globalen Einstellungen zu jeder Zeit eine erteilte Berechtigung wieder entfernen.

Fazit
Zunächst mal: Ich gehöre keinem Lager an und beide Betriebssystem haben ihre Daseinsberechtigung und ihre Vor- und Nachteile. Der Umstieg war für mich überhaupt kein Problem. Die Systeme sind mittlerweile recht ähnlich und die wichtigsten Apps, die man so zum Leben braucht, gibt es auf beiden Plattformen. Als langer Android-User muss ich mich noch daran gewöhnen, dass bei iOS mehr Apps Geld kosten, aber das finde ich in Ordnung. Schließlich bin ich selbst App-Entwickler und möchte damit Geld verdienen.

Was mir am iPhone 6 im täglichen Gebrauch nicht so gefällt ist, dass es unheimlich „rutschig“ in der Hand ist. Es fehlt auf der Rückseite irgendwie etwas Gummi, damit einem das Telefon besser „in der Hand klebt“. Eine entsprechende Hülle möchte ich ungerne verwenden, denn dann sieht man nichts mehr vom Smartphone selbst, was mir vom Design her gut gefällt. Der Punkt geht zwar auch ans iPhone, aber dafür kann man dann dem Nexus 5 auch den Preis zu Gute halten.